So manch erschreckende oder zumindest einschüchternde Geschichte von Vorstellungsgesprächen kennt wohl jeder von uns. Das ist meistens jedoch nichts gemessen an den Geschichten, die man so über Assessment-Center hört. Meine neuesten Erfahrungen gehören (zum Glück) wohl eher zu den ersteren. Da der Geist sich noch nicht entschieden hat, muss das Fleisch für alle erdenkbaren Entscheidungsalternativen vorsorgen und sich also auch in der Wirtschaft bewerben.
Unter anderem brachte mir dies einen Kontakt mit einem relativ großen, aber dennoch eher unbekannten, Beratungshaus ein. Das Unternehmen scheint seine potentiellen Mitarbeiter sehr genau kennenlernen zu wollen, was ich – nebenbei bemerkt – als lobenswert empfinde. Schon auf der unternehmenseigenen Karriereseite wird ein dreistufiges Bewerbungsverfahren angekündigt, das sich aus einem ersten Telefoninterview, einem ersten und abschließend zweiten Vorstellungsgespräch vor Ort zusammensetzt. Ich kann stolz verkünden, mittlerweile in Runde 3 angekommen zu sein.
Auf diesem Weg habe ich ein 70minütiges Telefonat und knapp zweistündiges Vorstellungsgespräch hinter mich gebracht und wusste an dessen Ende bereits, dass ich ein weiteres Mal eingeladen werde. Aber nicht, um sich nur noch intensiver “beschnuppern” zu können und ganz ungezwungen über den eigenen Lebenslauf zu plaudern. Diesmal heißt es “Präsentieren Sie!”. Eine Präsentation zu einem von den Personalern (in dem Fall: potentiellen Teamkollegen) vorgegeben Thema also. Mit dem Termin unterm Arm und einem Bangen bezüglich des Themas im Bauch ging es also damals nach Hause. Gestern dann die erlösende Mail. Ich solldarf mein in der Master-Thesis aktuell bearbeitetes Thema vorstellen. Natürlich als kleines Rollenspiel: Meine Aufgabe in der Beraterrolle ist es, einen Kunden von meinem Know-How und einer zukünftigen Zusammenarbeit zu überzeugen. Das ganze in ca. 30min + 15min für eventuelle Fragen.
Ich bin einerseits erleichtert, dass es sich um ein Thema handelt, bei dem ich aufgrund der aktuell anstehenden Thesis ziemlich sattelfest bin. Andererseits würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, nicht aufgeregt zu sein. Dennoch bin ich überzeugt, dass es hierbei viel weniger um Inhalte als vielmehr um die oft zitierten Softskills geht. Da sollte Ende des Monats doch was zu holen sein…
von Wojciech
Ich war einmal bei einem Assessment Center, allerdings auch bezüglich eines Fortbildungs-Studiums, und das war sowas von lächerlich easy, dass ich schon gar keine Lust mehr hatte da anzufangen. Was ich dann im übrigen auch nicht gemacht habe.
Dagegen hört es sich bei dir ja echt spannend an! Das machst du schon!