JAAPS

Eine Frage des Geldes

In Kummerkasten on 13. August 2009 at 13:30

Ich habe es finanziell weiß Gott nicht schlecht getroffen. Meine Eltern kann man durchaus als wohlhabend bezeichnen und auch wenn es mir manchmal so vorkam, im Vergleich mit anderen Gleichaltrigen hatte ich eigentlich nie zu wenig Geld. Dennoch ist mein ganzes bisheriges Leben eine Investition gewesen. Ich habe Zeit, Mühe und Nerven investiert. Meine Eltern haben Geld und gute Worte investiert. Alles in eine vermeintlich glorreiche, lohnenswerte Zukunft.

Nun kristallisierte sich vor etwa sechs Monaten ja langsam heraus, dass diese Zukunft doch nicht wie erwartet unmittelbar vor mir liegt, sondern es noch ein Weilchen dauern wird bis der Goldesel in Schwung kommt. Das war keine schöne Einsicht, besonders nicht, weil ich mich während der Zeit meiner Dissertation bereits durch ein, wenn auch nicht all zu üppiges, Stipendium einigermaßen selbst finanzieren konnte. Nachdem diese Einnahmequelle also versiegt war, beschloss ich mir Geld von meinen Eltern zu leihen und dieses in einen letzten halbwegs schönen Sommer und die entspannte, da finanziell abgesicherte Jobsuche zu investieren.

Auf der dunklen Seite der Macht

In Arbeitswelt on 9. August 2009 at 16:47

Ich schätze in einem der größten deutschen Pharmaunternehmen zu arbeiten, wird mir in etwa so viele Sympathiepunkte einbringen wie die Antwort „Ja“ auf die Frage „Du machst also Tierversuche?“. Mit der Krankheit anderer Geld zu verdienen, wirkt eben nie positiv, egal wie gut die Absichten oder die menschelnden Werbekampagnen sein mögen.

Das Ziel pharmazeutischer Forschung ist nicht das Heilen von Krankheiten allein, sondern zudem auch das Einfahren möglichst großer Gewinne. Diese Tatsache lässt sich nicht beschönigen. Doch sieht es da in der Wissenschaft so viel anders aus? Wird in der „unabhängigen“ Wissenschaft tatsächlich nur um des Forschens willen geforscht? Steht hier der Wissenszuwachs tatsächlich im Vordergrund zum Kapitalzuwachs?

Generation Praktikum

In Kummerkasten, Zukunftsmusik on 24. Juli 2009 at 12:16

Unternehmen suchen heutzutage gar keine qualifizierten Mitarbeiter mehr, sondern qualifizierte Praktikanten.

Glücklicherweise mache in momentan kein Praktikum und muss vermutlich auch in den nächsten Jahren keins machen. Trotzdem habe ich mich während meines Studium mit Praktika über Wasser gehalten. Ich habe in einigen – heute sogar sehr großen – Berliner Multimedia- und Webagenturen gearbeitet und dort von 250 bis 400 Vollzeit gearbeitet. Die Studentenjobs waren dann schon besser bezahlt – teilweise besser als das was ich jetzt noch Steuern und Krankenversicherung etc. habe.

Ich bin mir nicht sicher ob das an mir liegt, aber eigentlich wurde ich dabei immer (auch gegenüber dem Kunden) als fester Mitarbeiter vorgestellt. Mir wurde Verantwortung übertragen und ich habe auch größere Projekte umgesetzt. Eigentlich war ich fester Mitarbeiter – allerdings zum Dumpingpreis.